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Speeddating mit Lehnwörtern in der deutschen Sprache

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Die deutsche Sprache hat viele Fremdwörter aus anderen Sprachen übernommen. Wir erzählen mit ihnen eine Geschichte zum Tag der Sprachen.

Es gibt viele deutsche Begriffe, die aus anderen Sprachen stammen.
Lehnwörter aus anderen Sprachen ins Deutsche

Anlässlich des europäischen Tages der Sprachen am 26. September 2021 erzählen wir Ihnen heute die Liebesgeschichte der deutschen Sprache. Im Laufe der Geschichte werden Sie erkennen, dass jede Beziehung Spuren hinterlassen hat. Schon die deutschen Großeltern Germanisch und Mittelhochdeutsch sowie Latein und Altgriechisch haben ihrem Enkelkind immer gesagt, es solle offen für neue Ansichten – oder Lehnwörtern gegenüber – sein.

Information

Diese Geschichte spiegelt weder die historischen Veränderungen der deutschen Sprache in chronologischer Reihenfolge wider, noch stellt sie die Bewegungen der deutschsprachigen Bevölkerungen dar. Viele Entlehnungen aus anderen Sprachen erfolgten parallel und unter komplexeren Umständen, als es diese Romanze abbilden kann.


Französisch – die Jugendliebe von Deutsch (Gallizismen)

Bereits während der Schulzeit kam Französisch in die Klasse von Deutsch. Souverän posierte es immerzu im Unterricht und Deutsch wurde schwach. Es nahm all seinen Mut zusammen und fragte Französisch nach einem Rendezvous. Es gab zwar zunächst Ressentiments, allerdings wurde schnell eine Boutique auserkoren, in der ein Treffen stattfand. Französisch trug duftendes Parfüm sowie eine schicke Bluse, die besonders das Dekolleté zur Geltung brachte. Doch es gab noch mehr im Repertoire.

Um Deutsch aus der Reserve zu locken, ließ Französisch wieder den Charme spielen und berichtete von seinen Zukunftsplänen, Journalismus zu studieren oder im Hotel eine Ausbildung zu machen. Deutsch leistete sich zwar keinen Fauxpas und zeigte gute Manieren, jedoch war Deutsch eine Nuance zu schüchtern und so wurde das Tête-à-Tête ungeniert bereits nach wenigen Minuten beendet. Das exzellente Restaurant als zweites Lokal wurde einfach ausrangiert. So ein Malheur ist Deutsch zum Glück in seiner Adoleszenz nicht mehr passiert.


Die wilden Jahre des Deutschen

(Hispanismen, Lusitanismen & Arabismen)

Nach einigen Monaten stiller Trauer war Deutsch wieder auf dem Markt – und siehe da, es war sehr erfolgreich! Zunächst datete sich Deutsch mit Spanisch. Das erste Mal trafen sie in der Cafeteria der Universität aufeinander: Es trug einen Bolero und hatte langes platinblonde Haar, das weiß Deutsch noch genau. In den nächsten Wochen lernten sie zusammen Gitarre und spielten die ein oder andere Runde Canasta. Zu gerne rauchte Spanisch Tabak dabei und Deutsch aß Karamellstücke. Doch der zu laute Kanarienvogel, die ständigen Komplimente und die nervige kleine Schwester mit ihrem portugiesischen Palaver wurden bald zu viel für Deutsch.

Als Nächstes kam es mit Arabisch zusammen. Unter striktem Alkoholverbot, aber dafür mit hohem Kaffeekonsum – meist als Mokka und mit ganz viel Zucker – stimmte gleich die Chemie zwischen beiden. Besonders beeindruckt war Deutsch von der Wohnung: unter der azurblauen Kuppel des Wohnzimmers, die mit vielen Ziffern bedeckt war, stand ein riesengroßes Sofa und einige verzierte Karaffen davor. Lustigerweise gab es bei Arabisch  immer Artischocken und etwas Algebrawissen zum Mitnehmen.

Dann kam die Beziehung mit Indisch. Deutsch fand erst hinterher heraus, dass sich bei der neuen Liebe eigentlich um mehrere Personen gehandelt hatte. Daher weiß es heute nicht wirklich, welche Ausflüge es mit Hindi, Bengali oder Tamil gemacht hatte. Ob auf dem Katamaran, bei einem Sonnentag auf der Veranda oder einem gemütlichen Abend in Pyjama und mit Orangen-Punsch – „Indisch“ schien jedoch schon lange ein tolles Mantra gefunden zu haben. Bei gemeinsamen Yoga-Sitzungen saß der Kajalstrich immer noch und auch das Shampoo mit Teakholzgeruch versprühte noch seinen Zauber. Allerdings sah Deutsch hier ebenfalls ein, „Indisch“ ins Nirwana schicken zu müssen.

Zwischen diesen drei Beziehungen gab es natürlich immer mal kürzere Begegnungen: Da wäre etwa die Kutschfahrt mit Ungarisch, was gerne Dolmetscher geworden wäre, aber zu tollpatschig zum Übersetzen war. Oder auch das Heckmeck mit Türkisch in einem schabrackenähnlichen Kiosk. Bei dem Kennenlernen auf dem Flohmarkt, auf dem jemand Pistolen, Säbel und Roboter verkaufte, weiß Deutsch heute so gar nicht mal mehr, ob es Tschechisch oder Polnisch war. Beide mochten schließlich liebend gerne Gurken und lebten damals an der Stadt-Grenze – also zum Verwechseln ähnlich.


Die Liebe seines Lebens – oder doch nicht?

(Hebraismen und Italianismen)

Nach den ganzen kurzen Liebeleien war Deutsch nun wieder bereit für etwas Ernstes. Doch das Schicksal meinte es etwas zu gut und schickte ihm gleich zwei neue Flirts. Zum einen gab es da Hebräisch. Es war aus gut betuchtem Hause, kess und redete gerne Tacheles, was Deutsch gerne mochte. Sie zofften sich nur ganz wenig und wenn, dann nur, sobald Deutsch wieder Stuss über die Maloche erzählte. Einmal wurde es von einem Gauner abgezockt, der sich zunächst als Schnorrer auf der Straße zeigte. Er entpuppte sich jedoch schnell als echter Ganove, der gerne bei Wetten mauschelte. Doch auch obwohl einige hundert D-Mark flöten gingen, die Kluft zwischen Deutsch und Hebräisch war nie besonders groß – besonders nicht beim Techtelmechtel.

Die andere Liebe seines Lebens war Italienisch. Es arbeitete in einer Bank und da lernten sie sich auch kennen. Als Deutsch sich über ein neues Girokonto mit besonders hohem Kredit erkundigte, wurde ihm direkt warm wie Lava. Italienisch erklärte zwar, was im Risikofall eines Bankrotts mit dem Guthaben passieren würde, aber Deutsch konnte dem Gespräch nun nicht mehr folgen. Eine Violine und ein Piano spielten Operetten in seinem Kopf, während es die Haut aus Porzellan von Italienisch bewunderte. Es hätte direkt einen Salto vor Freude machen können. Allerdings wurde es abrupt aus seinen Träumen gerissen, als im Supermarkt gegenüber ein Alarm an der Kasse ausgelöst wurde. Deutsch verließ die Bank und sah, dass Italienisch in Graffiti-Schrift seine Handynummer auf die Unterlagen gekritzelt hatte. Es hatte also auch seine Antennen ausgefahren und war mit Kanonenlärm auf Angriff gestimmt.


Gibt es ein Happy End für die deutsche Liebesgeschichte? (Anglizismen)

Leider bekamen Italienisch und Hebräisch davon Wind, dass Deutsch teilweise zweigleisig gefahren war und so stand es wieder allein da. Rund zwei Jahre später, als es am wenigsten damit rechnete, stand jedoch in einem Coffeeshop die jüngste Liebe direkt vor ihm: Englisch. Die zwei teilten so viele wertvolle und schöne Highlights miteinander, daraus könnte man eine ganz eigene Geschichte machen. Sie wurden also sehr glücklich miteinander und bekamen sogar Nachwuchs: Amerikanisch und Denglisch.

Ende gut – alles gut.

Viele der Begriffe aus der Romanze zeigen schwierige oder ungewöhnliche Schreibungen. Daher heißt es Palaver und nicht „Palawer“, Tacheles und nicht „Tacheless“ sowie Repertoire und nicht „Reportoir“. LanguageTool kennt zwar viele entfernte und exotische Fremdwörter des deutschen Wortschatzes. Doch manchmal hilft auch nur der Griff zum Fremdwörterbuch oder die Suche nach (deutschen) Synonymen. Damit sind Sie sowohl für die eingedeutschten Begriffe als auch die Lehnwörter in ihrer Originalschreibweise bestens gewappnet.

Hier können Sie sehen, dass LanguageTool Ihnen anzeigen kann, wenn es deutsche Synonyme gibt. Mit ihnen droht der Text nicht, zu sehr in die englische Sprache abzudriften und unverständlich für das Gegenüber zu werden:

Für viele Personen wird Herausforderungen verständlicher sein als der Anglizismus Challenges.

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