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Dass das Problem mit „das“ und „dass“ nicht direkt auf der Hand liegt, ist doch nachvollziehbar

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Kommt vor „dass“ wirklich immer ein Komma? Woher weiß ich, dass es nicht doch ein „das“ ist? Wir erklären „dass“ und „das“ inklusive drei Strategien.

Wir erklären die Unterscheidung zwischen „das“ und „dass“ inklusive einiger Kommaregeln.
„Das“ oder „dass“ – das ist oft die Frage.

In der deutschen Rechtschreibung gibt es einige bekannte Stolperfallen. Die Unterscheidung zwischen dass mit zwei „s“ und das mit nur einem „s“ gehört zweifelsohne dazu. Das Problem: Die Wörter werden zwar unterschiedlich geschrieben, allerdings identisch ausgesprochen. Wir erklären die Verwendung dieser gleich klingenden Begriffe (sogenannte Homofone) und stellen drei Strategien vor, damit Sie sie auseinanderhalten können.

Tipp vorweg

Dass befindet sich ausschließlich am Satzanfang (außer nach Konjunktionen wie und sowie so plus der Ausdrücke wie „auf dass“, „ohne dass“ oder „außer dass“) oder unmittelbar nach einem Komma.
Das hingegen lässt sich überall im Satz finden.


Strategie 1: Das und dass in Verbindung mit Kommas

Generell können Sie die Verwendung von dass in allen vollständigen Sätzen ausschließen, die kein Komma enthalten. Dabei begleitet das Wort das stets Nomen (Substantive) oder ersetzt eben diese als Pronomen (Fürwort).

Das Haus unserer Nachbarn ist wirklich sehr alt.
Das sind die Geheimdaten des Projekts. Ich gebe das aber nicht einfach heraus.

Wenn Sätze Kommas enthalten, ist es wichtig herauszufinden, ob das bzw. dass unmittelbar nach diesem Komma oder ganz am Anfang des Satzes auftauchen. In allen anderen Fällen ist die Benutzung von dass ausgeschlossen.

Wenn die Läufer sich nicht langsam beeilen, werden sie das Ziel nur noch im Dunkeln erreichen können.

Jetzt kommt der Haken an der Sache: Direkt nach einem Komma kann sowohl dass als auch das folgen. In diesem Fall können Sie die folgenden zwei Strategien zurate ziehen.


Strategie 2: Das und dass durch andere Wörter ersetzen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Wort nach einem Komma das oder dass ist, eignet sich diese Strategie. Hier zwei Beispielsätze:

Die Chefin verdiente so viel Geld, das / dass sie mit 45 Jahren in Ruhestand gehen konnte.
Kennst du auch das Mädchen, das / dass immer eine Katze trägt?

Grundsätzlich können Sie sich merken, dass Sie das Relativpronomen das nach einem Komma stets durch ein welches ersetzen können. Bei den Beispielsätzen können Sie so herausfinden, dass es sich im ersten Satz um ein dass und im zweiten um ein das handeln muss:

Die Chefin verdiente so viel Geld, welches sie mit 45 Jahren in Ruhestand gehen konnte.

Kennst du auch das Mädchen, welches immer eine Katze trägt?

Um zu ermitteln, ob Sie den Artikel das (nicht hinter einem Komma) verwenden müssen, setzen Sie eines der Pronomen jenes oder dieses ein und prüfen nach, ob der Satz immer noch Sinn ergibt.

Kennst du auch jenes Mädchen, das immer eine Katze trägt?

Kennst du auch dieses Mädchen, das immer eine Katze trägt?

Die Methode eignet sich auch für Fälle, in denen das als Demonstrativpronomen verwendet wird.

Dies / Jenes sind die Geheimdaten des Projekts.
Ich gebe diese / jene aber nicht einfach heraus.

Als Gegenprobe können Sie auch versuchen, dass durch sodass zu ersetzen.

Die Chefin verdiente so viel Geld, sodass sie mit 45 Jahren in Ruhestand gehen konnte.

Kennst du auch das Mädchen, sodass immer eine Katze trägt?

Leider ist diese Ersetzungstechnik nicht so erfolgreich wie die mit welches, da sodass nicht in wirklich allen Fällen korrekt ist, in denen ein dass mit zwei „s“ steht.


Strategie 3: Das und dass drücken unterschiedliche Funktionen aus

Die dritte Strategie beruht nicht nur auf dem Ausschlussprinzip oder einer Ersetzungsmethode, sondern zielt auf das Verständnis der Satzkonstruktionen. Dass ist eine Konjunktion, sie verbindet also zwei Sätze miteinander. In diesem sogenannten Konsekutivsatz wird meistens die Folge einer Handlung beschrieben.

Das Auto war so schnell, dass es von der Fahrbahn abkam.

Ein das mit einem „s“ jedoch kann die Funktion eines Artikels oder Pronomens übernehmen (siehe Strategie 1). Nach einem Komma ist es ausschließlich als sogenanntes (sächliches) Relativpronomen anzusehen. Somit leitet es einen Relativsatz ein, der das vorherige Neutrum näher beschreibt:

Das ist das Format, das ich schon die ganze Zeit wollte.

Während Sie die Reihenfolge des Konsekutivsatzes (mit dass) oft tauschen können, ist dies mit einem Relativsatz (mit das) nie möglich.

Dass unsere Umsätze eingebrochen sind, können Sie hieran sehen.

Das ich schon die ganze Zeit wollte, ist das Format.


Weitere Tipps zur Kommasetzung von das vs. dass

Zusammenfassend gehen Sie also so vor:

  1. In vollständigen Sätzen ohne Kommas steht immer das.
  2. Dass steht nur an Satzanfängen oder direkt nach einem Komma.
  3. Dass kann kein Nomen begleiten oder es ersetzen.
  4. Welches, jenes und dieses können das ersetzen, jedoch niemals dass.
  5. Dass für Folgen (Konsekutivsätze), das in Relativsätzen.

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen Sie nicht wissen, ob überhaupt ein Komma gesetzt werden soll. Dann können Sie folgende Hinweise anwenden:

  • In Sätzen mit dass am Anfang muss ein Komma nach dem (ersten) konjugierten Verb folgen.
Dass wir hier noch sind, hätte ich niemals gedacht.
  • In Sätzen mit dass in der Mitte wird immer ein Komma gesetzt.
Wir lassen Sie wissen, dass wir Ihre E-Mail erhalten haben.
  • Wenn ein das auf ein sächliches Nomen Bezug nimmt, wird ein Komma davor geschrieben.
Sie besprechen nun ein Thema, das allen noch unbekannt ist.

  • Übrigens findet sich in alten Texten noch die Schreibweise daß. Damit ist immer dass mit zwei „s“ gemeint. Die Schreibung mit dem Eszett ist heute veraltet.
Das Kind sagt, daß [dass] es gestern bei seiner Großmutter war.
  • Sodass kann auch als so dass (nicht empfohlen) geschrieben werden. Es bildet dann eine der Ausnahmen, bei dem ein dass wirklich nicht unmittelbar nach dem Komma steht.
Du arbeitest viel, so dass du das Leben gar nicht mehr genießen kannst.
Du arbeitest viel, sodass du das Leben gar nicht mehr genießen kannst.

  • Bei Verben des Urteilens steht oft ein dass: denken, dass; wissen, dass; sagen, dass; glauben, dass; meinen, dass; erahnen, dass; fürchten, dass; zweifeln, dass; möchten, dass etc.
Ich möchte von dir, dass du jetzt gehst.
  • An Satzanfängen kann immer nur dass das stehen, nie andersherum. Nach einem Komma kann sowohl dass das als auch das das stehen.
Dass das Kaninchen nicht herkommt, liegt an der Tageszeit.
Wir sind immer noch nicht der Meinung, dass das die Entscheidung beeinflusst.
Das Gefühl, das das Filmteam beim Drehen hatte, ist unbeschreiblich.


LanguageTool weiß zum Glück, dass ein das(s) nicht gleich ein das(s) ist. Der intelligente Schreibassistent hilft Ihnen in vielen Fällen, die Unterscheidung zwischen das und dass. Mit den drei Strategien und weiteren Tipps hoffen wir, dass der Unterschied klar geworden ist. Das wären doch mal gute Nachrichten für das Ergebnis!


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